Auf Reisen: über Ostern nach Italien sowie im Leben unterwegs…
Über Ostern durften wir mit den drei Jugendgruppen – JG-Welsch genannt – nach Süditalien, Kalabrien reisen. Dürfen ist in diesem Falle das richtige Wort, denn die Organisation vor der Reise war schon gehäuft mit Widerständen und Herausforderungen. Gott hat es gewollt und durchgebracht – wir durften fahren und er wusste schon genau was er alles vorhatte.
Am Donnerstagabend, 02. April durften wir dankbar mit 31 Personen in Richtung Kalabrien starten! Die eigentliche Reise konnte endlich starten! Eine ganze Nacht und einen ganzen Tag waren wir mit einem grossen Reisebus unterwegs und sind am späten Nachmittag mit gefühlt flachgedrückten Hintern im Centro Emmaus angekommen.
Unser Wochenthema war «Unfertig». Wir als Menschen sind unfertig. Wir sind nicht kaputt, sondern einfach unfertig. Unser Weg der Heiligung ist unfertig. Unsere Gottesvorstellung ist unfertig. Unsere Beziehung zu Gott ist unfertig. Die Spannungen in uns sind unfertig und unsere Reise ist ebenfalls unfertig. Zu diesem Thema durften wir täglich Andachten hören und in den Kleingruppen dann weiter vertiefen. Wir hatten eine gute Gemeinschaft, tiefe Gespräche und eine von Gott behütete Zeit!
Genauso unfertig wie unser Wochenthema war auch das Centro Emmaus, in dem das ganze letzte Jahr grosse Renovationsarbeiten durchgeführt wurden. Als wir ankamen war das ganze Haus noch gefüllt mit Bauarbeitern, überall Staub, die einen Räume unfertiger als die anderen, manche komplett in Renovationsarbeiten, andere zugestellt mit Möbeln und Sachen. Alles noch eine komplette Baustelle. Nur unter Zeitdruck haben sie vor unserer Ankunft unsere schönen und gemütlichen Zimmer noch rechtzeitig vorbereiten können. Glücklicherweise kam das warme Wasser zwei Tage später auch noch dazu. 😉
So ging es nach einer erholenden Nacht dann ans Werk: wir durften putzen, Schränke ausräumen, abbauen, wieder an dem geplanten Platz aufbauen und wieder befüllen. Wir haben neue Gestelle zum Aufräumen gebaut, einen Eselstall und ein Depot neu gestrichen, einen neuen Schildkrötenkäfig erstellt, zwei Höfe aufgeräumt und gesäubert, eine Garageneinfahrt erhöht, Sitzbänke geflickt, Zimmer umgeräumt, sowie ein Vordach neu gemacht und wieder an Ort und Stelle hin platziert.

Geplant war, dass ein Italiener mit einem Kran dieses Holzvordach wieder an seinen Platz zurückstellt, nachdem dieses zur Erneuerung der Fassade des Hauses weggenommen wurde. Da es nicht sicher war ob und wann dieser Italiener kommen würde, wurde es schnell zur Challenge, dass wir dies als Schweizer doch selber machen. Es wurde kurz geplant wie man dies durchführen könnte: zu 30. haben wir uns alle an diesem Vordach festgehalten und tatsächlich: auf einen Schlag wurde dieses ganz leicht! Wie in einem Tischfussball standen wir darin und haben das Vordach in Rekordzeit versetzt – ganz ohne Anstrengung!

Nebst den schönen Arbeiten, die wir im Centro Emmaus erledigen konnten, waren wir auch an zwei Tagen auf Ausflügen. Wir haben uns den Vulkan Stromboli mit dem Boot angeschaut, waren auf einer schönen italienischen Insel namens Panarea, haben uns eine Orangen-Sortiermaschine angeschaut und waren ein paar Mal am Strand. Wir durften die salzige Meeresluft, das gute italienische Essen und die warme Sonne sehr geniessen!
Was für eine Reise war dies wohl auch für unsere Car-Chauffeuse? Sie hat sich drei Tage vorher auf eine 10-Tägige Reise eingelassen mit einer Gruppe, die sie gar nicht kennt. Sie hat eine riesige Fahrt auf sich genommen, um bei der Ankunft festzustellen, dass sie in einem Haus, das gerade eine Baustelle ist, übernachten soll – in einem Zimmer ohne Warmwasser, umzingelt von Zimmern von Jugendlichen und gerade oberhalb des Aufenthaltsraumes. Sie hat sich auf 10 Tage eingelassen und ihre ganzen Gewohnheiten stehen gelassen. Wie beeindruckend für uns, als sie dann an drei Tagen mit einem christlichen T-Shirt ankam… diese hätte sie einfach zufällig gekauft. Wir glauben an keine Zufälle, wir glauben an das Wirken von Gottes Hand! Wir beten, dass sie die Reise gut in Erinnerung behält und auch alles, was sie mitbekommen hat in ihrem Herzen weiterwirken darf.
Die grösste Reise, welche wir in diesen 10 Tagen tatsächlich gemacht haben war wohl die Herzensreise in uns selbst. Teilnehmer, Leiter und auch andere durften durch diese Erlebnisse viel in ihren Herzen lernen, mit Gott weiterkommen und wachsen.
Auf Reisen… wir sind alle auf unserer ganz persönlichen Reise… Wie schön zu wissen, dass wir unsere Reise nach Gottes Willen und Plan ausrichten dürfen. Er will, dass wir Teil Seiner Geschichte sind – er braucht uns nicht und dennoch wünscht er sich, dass unsere Reise immer näher zu ihm führt und wir mit Ihm Sein Reich bauen können. Was für eine Gnade, was für eine Wertschätzung, was für ein Geschenk!
Ganz herzlichen Dank für alle eure Gebete, euer Mitdrandenken, Nachfragen, Dransein und Mittragen! Wir sind so dankbar für euch!

Annika